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Informationsblatt zur DIN 68800

Informationsschrift | 1. aktualisierte Ausgabe, November 2019 | Planer & Architekten

Einheimische Nadelhölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft wie Fichte oder Kiefer sind im Hochbau bewährte Baumaterialien. Aufgrund ihrer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit müssen diese jedoch vor holzzerstörenden Insekten und Pilzen geschützt werden (siehe Tabelle 1).

Wohl überlegter Holzschutz ist auch nach der letzten Überarbeitung der Norm weiterhin gefragt!

Was Sie über Gebrauchsklassen im Hochbau wissen müssen:

Tabelle 1: Beschreibung der Gebrauchsklassen und der angreifenden holzzerstörenden Organismen gemäß Tabelle 1 aus DIN 68800-1 (Auszug)

Beachte:
Die Gebrauchsklasse 0 ist mit Gebrauchsklasse 1 hinsichtlich der „allgemeinen Gebrauchsbedingungen“ identisch. Durch z. B. technisch getrocknetes Holz (DIN 68800-1, Abs. 4.1.3) oder regelmäßige Kontrolle (DIN 68800-1, Abs. 5.2.1) soll jedoch das Risiko eines Bauschadens durch Insekten vernachlässigbar sein. Die Musterbauordnung (MBO § 13) fordert allerdings, dass weder Gefahren (= Bauschaden) noch unzumutbare Belästigungen (= Befall) entstehen.

Welche Maßnahmen schützen entsprechend Musterbauordnung §13 ?

Tabelle 2: Maßnahmen zur Verhinderung eines Bauschadens oder Befalls

Beachte:
Durch die meisten baulich konstruktiven Maßnahmen ist ein Befall nicht ausgeschlossen und wird gemäß DIN 68800 auch in Kauf genommen.

Welche Ausführung bietet was?

Tabelle 3: Verschiedene Bauausführungen im Vergleich

Beachte:
Auch technisch getrocknetes Holz kann nachweislich durch Insekten aber auch durch Pilze befallen werden!

Kann bereits die Möglichkeit eines Befalls rechtliche und/oder wirtschaftliche Folgen haben?

Aus vertragsrechtlicher Sicht schuldet der Auftragsnehmer ein Werk, das frei von Sachmängeln ist. Schon allein die Möglichkeit eines Befalls durch holzzerstörende Insekten kann einen Sachmangel darstellen, der vom Auftraggeber bzw. Bauherrn reklamiert werden kann (§ 633 BGB). Ein Verweis auf die Einhaltung der DIN 68800 schützt davor nicht!

Hinweis: Lesen Sie hierzu die Ausführungen zu den rechtlichen Aspekten in der Informationsschrift zu DIN 68800-1 der Deutschen Bauchemie (www.deutsche-bauchemie.de).

Beachte:
Maßnahmen ohne chemischen Holzschutz können ein hohes wirtschaftliches Risiko für alle Planer und Ausführenden, aber auch für den Bauherrn darstellen, da ein Befall evtl. erst nach Ablauf der Gewährleistungspflicht offenkundig werden kann.

Was haben Planer und Ausführende zu tun?

Planer und Ausführende sind aufgefordert, Bauherren zum Für und Wider jeder Ausführungsart konsequent aufzuklären und zu beraten.

Beachte:
Lassen Sie sich die erbrachte Beratungsleistung schriftlich gegenzeichnen, sowohl im Falle einer Ausführung mit baulich konstruktiven Maßnahmen unter Verweis auf das bestehende Risiko als auch bei Verwendung von mit Holzschutzmitteln behandeltem Holz.

Welche Konsequenzen ergeben sich?

Zur Vermeidung des Risikos eventueller Sachmängel und zum Schutz vor einem Befall stehen geeignete Holzschutzmittel für den Hochbau zur Verfügung:

  • Toxikologisch geprüft und sicher bei bestimmungsgemäßer Anwendung
  • Nach Biozidrecht oder bauaufsichtlich zugelassen
  • Wirksam gegen holzzerstörende Pilze und Insekten

Beachte:
Nur die Anwendung vorbeugend wirksamer Holzschutzmittel in Verbindung mit baulich konstruktiven Maßnahmen bietet eine optimale Sicherheit für Planer, Ausführende und Bauherrn.

Wählen Sie den sicheren Weg!

Bildnachweis:
Fa. Kurt Obermeier GmbH & Co. KG, Bad Berleburg

Diese Richtlinie entbindet in keinem Fall von der Verpflichtung zur Beachtung der gesetzlichen Vorschriften. Die Informationsschrift wurde mit großer Sorgfalt erstellt. Dennoch übernimmt die Deutsche Bauchemie keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben, Hinweise, Ratschläge sowie für eventuelle Druckfehler. Aus etwaigen Folgen können deswegen Ansprüche weder gegenüber der Deutschen Bauchemie noch den Verfassern geltend gemacht werden. Dies gilt nicht, wenn die Schäden von der Deutschen Bauchemie oder ihren Erfüllungsgehilfen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurden.

Diese Publikation können Sie auf der Homepage der Deutschen Bauchemie e.V.

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